Spaceman Spiff – Endlich Nichts

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Wenn man mich gefragt hätte wieviele Leute haben auf diesem Album musiziert hätte ich nach dem Hören gesagt „Mindestens ein kleines Orchester?“ Tatsächlich haben auf diesem Album nur 3(!) Musiker die Instrumente bedient. Das sind neben Felix Weigt & Jonny König natürlich vorallem Hannes Wittmer alias Spaceman Spiff.

„Wir klettern Löcher hinunter und fallen wieder hinauf“

 

Auch auf seinem 3 Album nach „Bodenangst“ (2009) &  „…und im Fenster immer noch Wetter „(2011) bleibt Spaceman Spiff wieder sehr roh und klischeefrei.  Keine säuselnden Liebessongs aus der Klischeekiste sondern offene Worte in wunderschöne Klangbetten oft wilder als noch auf seinen ersten 2 Alben, doch bleibt es  immer noch unverwaschen ein Spaceman Spiff Album.

 

„Immer viel zu viel die anderen immer viel zu wenig wir“

 

Wie schon so oft zwickt es einen sich jeden 2 Satz des Album auf jegliche Körperflächen tätowieren zu lassen. Im Album geht es wieder um Suchen und dem Versuch anzukommen wo man die Person findet nach der mensch schon so lange sucht.  Sicher kann man hier und da Anleihen an Bands wie Herrenmagazin finden aber Spaceman Spiff bewahrt sich im einheitsbrei deutsche Indiemusik seine eigene Note und das macht ihn immer wieder so erfrischend anders.

Tracklist:
1. Vorwärts ist keine Richtung
2. Teesatz
3. Mind the Gap
4. Was wir anders wollten
5. Oh Bartleby
6. Bevor der Konjunktiv gewinnt
7. Wände
8. Milchglas
9. Der Tag an dem ich nicht verrückt wurde
10. Nichtgeschwindigkeit
11. Die Ruhe selbst
12. Han Solo
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Klownhouse Fest Nr. 6| 09.05 – 11.05

Am 9 Mai bittet euch das Klownshouse Fest Nr. 6 wieder nach Kiel in 3 verschiedene Locations.

Am 09.05 gibt es in der Schaubude

Duesenjaeger, Oiro & Panzerband

Am 10.05 spielen dann in der Hansa 48

Red City Radio, SNFU, Fabulous Disaster, FYP, Idle Class & Ultra Bide

Und im Cafe Exlex gibt es dann am 11.05 Punkerfrühstück begleitet von

Henri Parker & The Lowered Lids.

Der Link zum Event

Matula – Schwarzweissfotos (Video)

Der erste Einblick ins kommende Matulawerk „Auf allen Festen“ heißt „Schwarzweissfotos“ und zeigt grandiose Stillhalteleistungen der Band <3

 

Die Regie wurde geführt von Kay Otto, der u.a. schon Videos für Muff Potter, Kettcar, Olli Schulz oder Bratze drehte. Matula-Bassist Stefan Beitz zum Video:

„Wir präsentieren eine kleine Horrorshow mit matulesquem Touch und zwei Hauptdarstellerinnen, die bisher noch nie vor einer Kamera gestanden haben, dies aber als ernsthafte Karriereoption in Erwägung ziehen sollten. Unser Video zu ‚Schwarzweißfotos‘ ist unter der Ägide von Kay Otto und seinem großartigen Team entstanden. Zwei kalte Tage in den heimischen Gefilden Neumünsters mit der Hilfe und der Unterstützung vieler Freunde und Familien haben wieder gezeigt, was man mit wenig Mitteln und viel Enthusiasmus auf die Reihe kriegen kann. DIY, wie es sein sollte. DIY, das sich gut anfühlt und gut aussieht.“

 
„Schwarzweißfotos“ ist die erste Single aus dem neuen Matula Album „Auf allen Festen“, dass am 21.02.2014 über Zeitstrafe als CD, LP und Download erscheint. Das Album ist bereits im Zeitstrafe-Shop vorbestellbar. Bei Interesse bemustere ich euch gerne mit der Platte.

Dient der Party. (Pascow, 2013)

Am 28.02 bringen Pascow ihr neues Album „Dient der Party“ raus.

Einen ersten kleinen Eindruck gibt die kleine Vorschau zum Video des Titeltracks hier:

 

„Pressemitteilung

„Diene der Party“: von kritisch und düster bis ironisch und launig, von schnell und hart bis melodisch und eingängig – und immer Pascow

Köln, 8. Januar 2014 – Am 28. Februar erscheint der fünfte Longplayer von Pascow auf Rookie Records in Kooperation mit Kidnap Music: „Diene der Party“. Was wie eine Veranstaltungsreihe für feierwütige Twens klingt, entpuppt sich gleich beim ersten Hören als zweifellos pascowesk. Deutschsprachiger Punkrock, schnell, hart, ehrlich und direkt. Gewachsene Qualitäten ausbauen, neue entdecken – so könnte man den Longplayer mit 15 Songs zusammenfassen. Wo in früheren Werken Texte stärker codiert wurden, stehen heute klare Aussagen im Mittelpunkt. Aus der Ahnung, dass irgendetwas nicht stimmt, scheint Gewissheit geworden zu sein und die Band selbst findet es heutzutage zweifelsohne spannender, dies auch eindeutig zu formulieren. „

Gefahrengebiet Dafuq?

Rund 2 Wochen nach den Krawallen rund um die Rote Flora hat die Polizei große Teile Hamburgs zum „Gefahrengebiet auf unbestimmte Zeit“ ernannt.

Das

Unter www.gefahrengebietegefaehrden.noblogs.org könnt ihr euch informieren was genau ein „Gefahrengebiet“ ist.

Problematisch ist das hier nicht mal die Gerichte entschieden haben  (was natürlich genauso scheisze gewesen wäre), sondern alleine die Hamburger Polizei (angeblich auch zum Schutz ihrer eigenen Wachen die in den letzten Tagen wiederholt als Reaktion auf die Polizeigewalt am 21.12.13 angegriffen wurden.).

Weiterhin setzt die Hamburger Polizei also auf eine Eskalationsstrategie.

Sprayer, Papierlose, POC, Autonome, AntifaschistInnen, Obdachlose etc.  sollen also weiterhin kriminalisiert werden, verfolgt werden ohne an Lösungen zu arbeiten. Knallharte Law&Order Politik.

HH-Mittendrin zum Gefahrengebiet

Publikative.org : Bilder aus der Danger Zone

 

EDIT:

Mittlerweile gibt es berechtigte Zweifel am 2 Angriff auf die Davidwache

http://www.publikative.org/2014/01/05/gab-es-keinen-zweiten-angriff-auf-die-davidwache/

http://hh-mittendrin.de/2014/01/jurist-ausert-zweifel-an-angriff-auf-davidwache/

Die wenigen kritischen Stimmen aus dem Polizeicorpsgeist zeichnen ein völlig anderesBild vom 21.12. und der gesammten Hamburger Polizei als Mopo,Abendblatt & co.

http://www.kritische-polizisten.de/pressemitteilungen/dokumente/2014-01-05-PM-Rote-Flora.pdf

Die Polizei in Hamburg versucht offenbar durch das faken von Angriffen auf Polizeiwachen und den Lügen bezgl. 21.12. #Lampedusahh #RoteFlora & #EssoHäuser als soziale Themen in den Hintergrund zu drängen und ihre Law&Order Politik die sie schon unter Schill praktizieren durfte eiskalt durchzusetzen und mit der indierekten Forderung nach Schusswaffengebrauch rechte Fantasien auszuleben um alles was von der Norm abweicht aus der „reinen“ Stadt Hamburg zu vertreiben.

Ohnmacht. Zorn. Angst.

Es ist dunkel. Nur einige Feuer von angezündeten Mülltonnen zusammen mit Strassenschildern und Schutt zu Barrikaden aufgebaut erhellt die Straße. Eine Gruppe behelmter Polizisten geht langsam auf diese Barrikade zu sie begleiten einen Wasserwerfer dessen Licht die Kamera teilweise blendet. Wasser wird geschossen, die Barrikade wird gelöscht. Polizisten räumen die Schilder zur Seite. Eine Flasche zerplatzt neben dem Einsatzleiter, er ruft „rauf jetzt!“ Die Einheit stürmt los, schwarz gekleidete Demosntranten rennen auseinander 2 oder mehr sind zu langsam kriegen einen Schlagstock in den Rücken oder Pfeffer ins Gesicht, brechen zusammen und bleiben liegen und rühren sich nicht mehr. Rettungswagen? Fehlanzeige.

Szenarien die sich so ähnlich am 21.12.2013 in Hamburg abspielten. Demonstranten deren Gesichter vom mit Chemie versetztem Wasser der Wasserwerfer verätzt ist, Autonome die zum Schutz vor Polizeigewalt Steine werfen und Leuchtraketen auf Polizeieinheiten abfeuern. Polizisten die Tonfas auf Kopfhöhe einsetzen oder aus nicht mal 3 Metern Pfeffer in die Augen der Gegendemonstranten sprühen. Räumpanzer die Barrikaden von der Straße schieben. Presseleute die bei der Arbeit behindert oder sogar von Polizisten ins Gesicht geschlagen werden.

Bei den Protesten gegen die Räumung der Roten Flora, dem kaputtsparen der Esso-Häuser und für das Bleiberecht der Lampedusa Flüchtlinge kam es nach nichtmal 200 Metern zum Stopp der Demonstration zuerst gab es die Meldung „Die Demo sei zu früh losgelaufen“ später hieß es dann „die Beamten seien von beginn an mit Böllern und Steinen attackiert worden.“

Mittlerweile gibt es Videos die diese Behauptung widerlegen, zu Würfen kommt es erst lange nachdem die Polizei die Demo aufgestoppt hat.

Das die Demo nicht bis zu ihrem Ziel laufen sollte war etwas was ich schon von vornherein vermutet hatte, dass sie aber nicht mal wirklich loslaufen sollte hätte ich dann doch nicht erwartet. Die Polizei hat sich allerdings diesesmal ein schlechtes Alibi gesucht in dem sie behauptet auch von den Bahngleisen mit Steinen beworfen worden zu sein was durch die Kameraufnahmen ebenfalls widerlegt wurde.  Nun früher wäre das vielleicht ein „Skandal“ gewesen wie bei „Blockupy“ und „Stuttgart 21“ nur sind diese Fälle nicht zu vergleichen. Sicher ging es bei allen Demos um die kritische Hinterfragung von Kapitalismus und Regierung nur wurden auf der Flora Demo „nur“ linksradikale Autonome verhauen und das Volk weiß was diese Leute wollen. Krawalle, verletzte Polizisten und das zerstören ihres hart erarbeiteten Eigentums. Wo vorallem Bürger verdroschen werden ist der Polizeieinsatz ein Skandal und der Wutbürger regt sich mächtig darüber auf. Nun sind Autonome schon vom Namen her keine klassischen „Bürger“ sondern eben Autonome also Leute die sich nicht bereitwillig in einen Staat „integrieren“ lassen sondern menschen die sich ihre eigenen Freiräume erkämpfen und das häufig mit Gewalt.  Gegen solche Leute muss die Polizei natürlich eine harte Hand beweisen denn wer Gewalt anwendet kann ja kein guter Mensch sein. Ich las vor kurzem auf Twitter ob es nicht so wäre das auffällig viele Autonome in sozialen berufen wie Kranken – Behindertenpfelge odä arbeiten. Diese Beobachtung teile ich auch in meinem Freundeskreis gibt es Leute die sehr soziale Berufe haben vorallem sozialer als die Menschen die sich auf den üblichen Social Media Kanälen über sie aufregen.

Medien: Chaoten & Kritik

In den Medien war der schuldige schnell gefunden. Autonome Krawallmacher hätten kurz nach dem Start der Demo die Polizei gezwungen die Demo zu stoppen da sie angeblich die Polizisten angegriffen hätten Wieder mal werden Polizeiberichte kritiklos abgeschrieben und als „Eigenrecherche“ verkauft. Nur wenige Medien haben sich getraut eine kritische Sicht auf den Ablauf der Demo zu veröffentlichen hierzu gehört überraschenderweise N-TV:

„Zum besseren Verständnis der Exzesse sei angemerkt, dass es nun einmal – und diese schlichte Wahrheit traut sich so gut wie kein Politiker anzusprechen, weil er sich dann die Gewerkschaften der Polizei zum Feind macht – auch unter den Beamten Menschen gibt, die bewusst Gewalt suchen. Hooligans in Uniform, wenn man so will. Jeder, der öfter als einmal im Jahr auf eine Demonstration geht, weiß das. Es gibt Einsatzhundertschaften, die berüchtigt sind für ihren dünnen Geduldsfaden. Das ist kein Generalverdacht gegen die Polizei, sondern eine nüchterne Feststellung, die zur Wahrheit dazu gehört.“

(Quelle: Was alles nicht gesagt wird )

Mopo und Co waren natürlich brav auf Linie und berichteten von den Chaoten die Hamburg in Atem hielten.

„„Was dann passierte, habe ich seit 15 Jahren nicht mehr erlebt. Es ging nur um pure, stumpfe Gewalt und Zerstörungswut“, sagt der Vater von zwei Töchtern (16 und 3 Jahre alt).“

(Quelle: Mopo)

(Natürlich musste nochmal erwähnt werden das er Familienvater ist denn Autonome haben keine Familien und leben irgendwo in Löchern und kommen nur raus um Randale zu machen)

Wer also nur die üblichen Hamburger Publikationen zu rate zog wird sein Urteil schnell gemacht haben.  Die Polizei musste einschreiten um schlimmeres zu verhindern. Nun werden viele nicht überrascht sein denn viele kennen die politische Ausrichtung von Mopo & Abendblatt, überraschen sollte es hingegen wie krass die Reaktionen beispielsweise des stellver. Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft Hessen Björn Werminghausen waren:

(Quelle: RP Online )

(Und seien wir ehrlich: Wenn sich Rainer Wendt von dir distanziert hast du als Polizeigewerkschafter schon echt Scheisse gebaut.)

Ungewöhnlich war dieser Tweet aufjedenfall und zeigt vorallem das die Polizei empfindlich darauf reagiert wenn man ihr Konzept unterläuft bzw. offen zurückschlägt. Den ganzen Tag über gab es auf dem FSK Radio berichte über spontane Demos auf dem Kiez und vor den Esso-Häusern. Immer wieder Berichte davon das sich Polizeigruppen zurückziehen mussten weil sie gegen die Wut der Demonstranten nicht mal mehr mit Pfefferspray ankam.  Leider gab es auch Berichte von Demonstranten die bewusstlos geprügelt wurden und dann minutenlang auf dem Asphalt liegen gelassen wurden ohne das Rettungskräfte zu ihnen durchgelassen wurden. Möchte man sich hier auf den Rechtsstaat berufen wäre die Anklage wohl unterlassene Hilfeleistung.

Hervorzuheben ist der Anrufe einer schokierten Anwohnerin:

 

Wie kann Mensch nun reagieren?

Viel wurde bereits geschrieben von allen Seiten, von Leuten die direkt in der Demo standen und von Leuten die Zuhause nur Berichte aus den Medien kennen.  Ich las von Kriegserklärung der Polizei gegen Autonome Zusammenhänge , von dem Problem das die Medien zu faul sind eine neutrale Meinung zu schreiben und von Leuten die endlich die Säuberung Deutschlands von autonomen Gesindel fordern.

In dem ganzen Presse- und Blogwirrwar sticht seit kurzem der taz artikel heraus dort heißt es u.a.

„Dem Polizei-Insider zufolge ließ sich die Demo am vergangenen Wochenende trotz der obligatorischen Gewaltprognosen durch den Staatsschutz nicht gänzlich verbieten: In der Polizeiführung bestand demnach die Angst, das Bundesverfassungsgericht könnte am Ende eine stationäre Kundgebung auf dem Jungfernstieg erlauben – so wie es die Demo-Anmelder selbst vorgeschlagen hatten. Überhaupt herrsche unter den Oberen inzwischen die Mentalität vor, „die Schlachten werden auf der Straße und nicht vor Gerichten geführt“.“

(Quelle: taz )

Fazit

Momentan scheinen mir Polizei & Senat darum bemüht die wahren Gründe des schnellen Demoendes zu vertuschen während in den teilnehmenden Gruppen eine große Diskussion geben wird wie man in Zukunft mit solchen Demos umgehen will. Ein Ansatz wäre wohl sich einen praktischeren Startpunkt der Demo zu überlegen. Die Schanze mag ein symbolträchtiger Ort für den Start einer solchen Demo gewesen zu sein nur ist voralem das Schulterblatt mehr als ungeeignet um der Gefahr durch Kessel odä. vorzubeugen.

 

Ich sehe diese Entwicklungen mit großer Sorge denn wenn du damit rechnen musst das deine Demos in Zukunft schon versucht werden im keim zu ersticken, werden wir uns radikalere Methoden überlegen müssen damit die Bullen Abstand zur Demo halten.

 

Linkliste:

Rick Siebert: Der Versuch einer Verarbeitung

Recht auf Stadt: Gegen die Putinisierung der Hamburger Politik

Kampfwombat: Mythen über die Polizei

Publikative: #HH2112: Die Polizei, die Medien & die Gewalt

Benjamin Laufer: Medienbechte und Realität: #hh2112

Bericht des EA Hamburg zum 21.12.203

Ich will kein Mann sein, ich will ein Mensch sein!