Archiv der Kategorie: Review

[Platten die mir am Herzen liegen Teil I ] Grim 104 – EP

grim104

In dieser Reihe will euch einige Platten vorstellen die mir sehr am herzen liegen. Aktualität ist hier natürlich egal.

Als erste möchte ich euch hier nun die EP von Grim104 vorstellen. Grim104 ist ein Teil des Duos „Zugezogen Maskulin“ aus Berlin. Der andere Teil „Testo“ hat auch bereits eine EP rausgebracht zu der ich vielleicht ein anderes mal etwas schreiben werde.

Diese EP beginnt mit einem dunklen Brecher Namens „Frosch“ eine dunkle Vision von Kindheit am See und vllt das Pendant zu „Haus am See“ von Peter Fox. Doch im Gegensatz zu diesem Charttauglichen Radioquatsch gibt es auf der ganzen EP nur dunkle Gedanken zu Jugend, Aufständen und natürlich der Hip-Hop Szene. Nun macht Grim104 weder Battlerap wie bspw. Retrogott, Morlockk Dilemma oder Sylabill Spill aber auch keinen Poser- /Mackerrap wie Kollegah, Farid Bang oder Fler.  Wenn man unbedingt eine Schublade braucht wird es schwer denn Grim 104 macht es einem mit jedem Song schwerer in zu kategorisieren.  Geht es in „Crystal meth in Brandenburg“ noch um die Jugend in Brandenburg zwischen den tiefen Wäldern, zerstörten Autos und Nazis geht es in „2. Mai“  darum das egal was wir machen, egal wieviele Steine wir auf die Bullen werfen am Ende nichts verändert, denn alles ist alles lässt sich aufhalten mit Auslandsaufenthalten.

„Meine Eltern komm‘ aus Westdeutschland Terror Schleyer-Landshut. Ich krieg nur die Reste ab Lena Meyer-Landruth.“ heisst in „2. Mai“ und zeigt vielleicht mit am besten worum es geht. Um jemanden der nichtmehr an eine Revolution glauben kann denn die meisten seiner Generation feiern lieber bei Cro, tragen Jeansjacken und wenn sie sich politisch engagieren labern sie gerne von irgendwelchen Verschwörungstheorien.

Soll es doch brennen dieses kleine bisschen Heimat

Die Beats die es auch noch mal Instrumental auf diesem Album gibt sind durch die Bank weg Bretter. Tiefe dunkle Beats hin und wieder mit elektrischen Zuckung durchbrochen.  Hier passt wirklich alles zusammen großartige Texte mit fantastischen Beats. Kein Song ein hänger.  Eine EP die man sich wieder und wieder anhören will denn auch nach dem x-ten durchhören wird sie nicht langweilig.

Tracklist:

01. Frosch

02. Crystal Meth in Brandenburg

03. Dreck Scheisse Pisse

04. Der kommende Aufstand

05. 2.Mai

06. Cro Hafti Herzl

07. Ich töte Anders Breivik

08. Sternstunden der Bedeutungslosigkeit

 

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Matula – Auf allen Festen

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Matula sind zurück. Seit ich sie mit „Blinker“ entdeckte und dann mir den Rest ihrer Discographie geholt habe (Kuddel, Split mit Nein nein nein, Tape mit Captain Planet, 4 Way Split mit CP, Planke und Mikrokosmos²³ und Gute Sache aber ohne mich EP) liebe ich diese Band wie eben erwähnte CP. Indie-Emo Punk mit norddeutschem Flair alla Turbostaat, Grand Griffon etc.

Das hier ist Indiedisco

Ungewöhnlicherweise fängt das Album mit einer Ballade an. Aber das passt trotzdem denn das Album dreht danach ordentlich auf und weiß noch weitere Perlen abzufeuern. Etwas dicker produziert als Blinker aber es bleiben unverkennbar Matula. Super Musik und Super Texte.  Texte wie bei Schwarzweissfotos „Und du zweifelst weiter weil es dir so gut steht“ sind typisch für eine Band die sich vom typischen 1,2,3,4 Punk abheben will.

Fernab von Kunststudentenkacke zelebrieren Matula weiterhin Punk mit Metaphernreichen Texten und ordentlich Krach.  Sicher vergleichbar mit bspw. Muff Potter (vor allem zu Zeiten von Bordsteinkantengeschichten und Von wegen) und Turbostaat (Vormann Leiss und Island Manöver). An einigen Stellen vllt etwas rundere Abenteuer Auftauen (kennt die noch jemand?).

Wenn du an etwas glaubst dann 24/7

Am Ende bleibt eine großartige Platte die man mehrmals gehört haben muss bis sie einem gefällt aber jeder sollte ihr aufjedenfall mehrere Chancen geben. Oder sich von den Livequalitäten von Matula überzeugen ( www.matulaband.de)

Nebenbei machen die Matulajungs noch eine wunderbare Kurzhörspielserie „Was auf Platte gut kommt“

 

Das Album erscheint am 21.02. auf Zeitstrafe

Pascow – Dient der Party

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Ich bin nur hier wegen der Musik

Keine Platte rotiert bei mir momentan mehr als die neue Pascow „Dient der Party“.  Schon die letzten 2 Alben „Nächster Halt gefliesster Boden“ und „Alles muss kaputt sein“ haben meinen Nerv genau getroffen. Schneller melodiöser Punkrock mit wunderbaren Texten und aggressiver angepisster Stimme.

Nun sind die Jungs zurück und prügeln sich in 15 Songs durch depressiv-wütende Texte wie in „Im Raumanzug“ „I’m about to have an nervous breakdown. mein Kopf tut schon weh und mein bauch tut’s auch“ oder in „Zwickau sehen und sterben“ „Ich werd nicht immer nur vom trampen singen, morgen das Meer heute Zwickau sehen und sterben“.

Ich bin dann mal durch

Es st sicherlich kein 2. „Alles muss kaputt“. Mehr kratziger Gesang, mehr vom guten. Bei „Castle Rock“ gibt es dann sogar Dance-Punk einflüsse zu hören was sich angenehm in das Gesammtkonzept des Albums einfügt.  Die limitierte Vinyl Box inklusive Buch mit Songtexten, Live-Fotos und Texten von ausgewählten Künstlern zu den Songtitel des Albums ist bereits komplett ausverkauft es gibt allerdings noch ein paar Exempalre auf dem Release Konzert im Exhaus in Trier wo als Support noch die großartigen Bambix und Disco//Oslo Auftreten werden. Danach werden Pascow auf eine längere Tour gehen Details gibt es unter http://www.pascow.org/konzerte/

 

Das Album erscheint am 28.02. auf Rookie Records.

Always Wanted War – C.R.E.A.M

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Alway wanted war sind eine dreiköpfige Band aus Cuxhaven. Ihre Musik bewegt sich irgendwo zwischen Hardcore mit Screamoelementen  und Post-Hardcore Einflüssen.  Seit dem 13.12 gibt es die erste 10″ inch der Band mit dem Namen C.R.E.A.M.  Always wanted War lassen sich schwer in Musikkategorien einordnen, Screampassagen enden plötzlich in Croudshouts von einem fiesen Soundbrett unterlegt und wunderbar roh produziert. Angepisste Musik aus dem hohen Norden und sicher mit das beste was ich in diesem Jahr in dieser Richtung hören durfte.

Die Platte erscheint bei Moment of Collapse 400x in modischem schwarz und 100x limitiert als glitzerndes rotes Vinyl.

Tracklist:
1. The Longest Way Home (Intro)
2. Innsmouth
3. Stars Hollow
4. Derry
5. Gotham
6. Coldmoat
7. Blashyrkh

Caleya – Konvolut

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Caleya haben wieder ein neues Album aufgenommen und präsentieren sich auf Konvolut (zu deutsch etwas Einband oder Schriftstück) als eine Art Sinnbild aus brachialem Soundgewand und zerbrechlichem Lyrischen Gefühlen.  Ausbrechender Sound der die Schreie von Tobi unterstützt ihnen aber auch Raum lässt wenn er etwas leisere Töne anschlägt.  Caleya klingen nie überproduzier oder ähnliches sondern immer so rau wie es passt und lassen in ihren Texten wieder viel Raum für Interpretationen.

Die Texte sind mittlerweile komplett auf deutsch während beispielsweise auf „These waves will carry us home“ englische Lyrics zu finden waren. Woher diese Umschwung kommt kann man nur vermuten aber schließlich haben Caleya in den letzten Jahren eine ausgedehnte Tour und eine Split mit The Hirsch Effekt gemacht.

Die insgesamt 6 Songs umfassen etwas mehr als 35 Minuten was bei so einem Schwergewicht an Platte doch relativ kurz wirkt aber wenn man die Platte zuende gehört hat will man die Platte sofort wieder von vorne hören denn man will die gleichen Fragen die Caleya in ihren Texten stellen nochmal hören und sich selber damit beschäftigen.

Die Platte erscheint als 180 Gramm Vinyl bei Zeitstrafe mit CD und Downloadcode.